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Badische Zeitung am 18.01.2016

Generalversammlung
WINZER ERHALTEN 18 PROZENT MEHR GELD

Ein Geschäftsjahr der Superlative für die Winzergenossenschaft Oberbergen. Eine ganz besondere Jahreshauptversammlung erlebten die Mitglieder der WG Oberbergen am Freitagabend. Zum einen konnte Geschäftsführer Erwin Vogel für das Geschäftsjahr 2014/2015 einen Umsatzrekord vermelden, bei dem mit 10,07 Millionen Euro zum ersten Mal die 10 Millionen-Euro-Grenze überschritten wurde. Dies entspricht einer Steigerung um 16 Prozent. Zum anderen wurde der seit 1991 amtierende Vorstandsvorsitzende Friedrich Schill verabschiedet und zum Ehrenvorstand ernannt (die BZ berichtet noch).

Für ihre langjährige Treue zur WG Oberbergen wurden zahlreiche Winzerinnen und Winzer
geehrt.

Die Winzergenossenschaft Oberbergen hat äußerst gut gewirtschaftet. Qualität steht im Vordergrund.
In seinem letzten Bericht als Vorstandsvorsitzender erläuterte Schill, dass der Herbst 2014 sowohl in Quantität wie Qualität eine Wunschernte erbracht habe. Auch die positive wirtschaftliche Gesamtlage in Deutschland habe das überaus gute Ergebnis der WG begünstigt. Wichtig sei jedoch vor allem das konsequente Bemühungen um Qualität. Es sei der Garant für den wirtschaftlichen Erfolg der WG Oberbergen.

Geschäftsführer Vogel erläuterte die wichtigsten Bilanzzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr (1. Juli 2014 – 30. Juni 2015). Parallel zur Steigerung des Umsatzes konnte man mit 3,3 Millionen Liter Wein (Vorjahr: 2,6 Millionen Liter) auch beim Absatz ein Plus von 27 Prozent erzielen.

Von einem "Jahr der Superlative", bei dem alles gepasst habe, sprach Vogel. Dazu zählt auch die beeindruckende Steigerung des den Winzern ausgezahlten Traubengeldes um 18 Prozent. Pro Liter Wein wurden am Markt durchschnittlich 3,05 Euro erlöst, was einem Rückgang von 9 Prozent entspricht. Durch eine deutliche Senkung der Kosten konnte die Rohspanne aber dennoch konstant gehalten werden. Zum Stichtag 30. Juni 2015 lagerten in den Kellern 2,7 Millionen Liter, was 10,8 Verkaufsmonaten entspricht.


Müller-Thurgau dominiert.

Unverändert stellt sich die Sortenstruktur der WG dar. Mit 35 Prozent dominiert der Müller-Thurgau, der Anteil des Spätburgunders liegt bei 27 Prozent, knapp gefolgt vom Grauburgunder mit 24 Prozent. Der Anteil des Weißburgunders liegt bei 10 Prozent, 4 Prozent entfallen auf andere Sorten. Im Hinblick auf den Grauburgunder wies Vogel darauf hin, dass mit dem Oberbergener Grauburgunder Kabinett 12,7 Prozent des Umsatzes erzielt werden und dass man mit nur 13 Artikeln des umfangreichen Verkaufssortiments 50 Prozent des Umsatzes generiert.

Insgesamt bewirtschaften 453 Winzerinnen und Winzer die 363 Hektar Ertragsrebfläche (Vorjahr: 360 Hektar). 61 Prozent der Weine der WG werden im Lebensmittelhandel abgesetzt. 19,5 Prozent beträgt der Anteil des Fachhandels,15 Prozent gehen an Privatkunden und 4,5 Prozent an die Gastronomie.
Vogel machte deutlich, dass es auch in Zukunft keine Kompromisse bei der Traubenqualität geben dürfe. Die weithin bekannten Namen Bassgeige und Kirchberg leisteten einen wesentlichen Beitrag zum hervorragenden Image der WG. Vogel appellierte an die Winzer, dieses Image weiterhin offensiv nach außen zu tragen. Mit der Fertigstellung der neuen Abfüllanlage, die während des Herbstes 2015 ihre Feuertaufe erfolgreich bestanden habe, verfüge man nunmehr auch in diesem Bereich über modernste Technik. In näherer Zukunft stünden weitere Investitionen im Bürobereich an. Den Kundenwünschen angepasst habe man die Öffnungszeiten im Barverkauf, außerdem habe man im vergangenen Jahr erstmals einen Wein vegan ausgebaut. Vogel zeigte sich zuversichtlich, dass es dafür eine Kundengruppe geben wird.

Aufsichtsrat kontrolliert Winzer

Der Aufsichtsratsvorsitzende Kilian Schneider betonte, dass gute Trauben, ihr guter Ausbau im Keller und die gute Positionierung am Markt die Grundpfeiler des Erfolgs darstellten. Insofern werde die Kontrolle der Rebanlagen weiterhin zu den grundlegenden Aufgaben des Aufsichtsrates zählen. Im Hinblick auf das Image der WG erläuterte Schneider, dass es wichtig sei, dass man in der Außenwahrnehmung nicht als Großbetrieb erlebt werde. Vielmehr müsse man verdeutlichen, dass eine Vielzahl von Winzerfamilien den Erfolg der WG sichere.
Verbandsprüfer Olaf Stockmann bescheinigte der WG eine gute Arbeit und eine Spitzenposition unter den badischen Winzergenossenschaften. Für die überaus positive Entwicklung bei Absatz und Umsatz seien vor allem die Erfolge im Discount- und Offenweingeschäft verantwortlich.

Gut neuer Vorstandsvorsitzender

Der langjährige Vorstandsvorsitzende Friedrich Schill durfte aus Altersgründen nicht mehr gewählt werden. Zum neuen Vorsitzenden der WG wurde sein bisheriger Stellvertreter Rainer Gut gewählt. Neuer stellvertretender Vorsitzender
ist Florian Schneider. Aus dem Aufsichtsrat wechselt Bernd Strub in den Vorstand.
Turnusgemäß standen auch die beiden Aufsichtsräte Fridolin Baumgartner und Kilian Schneider zur Wahl, die beide in ihrem Amt bestätigt wurden. Für den in den Vorstand aufgerückten Bernd Strub musste ein neuer Aufsichtsrat gefunden werden. Für diesen Posten bewarben sich Franz Stocker und Matthias Gut. Bei der geheimen Wahl ergab sich das Kuriosum, dass beide Kandidaten jeweils 69 Stimmen auf sich vereinigen konnten. In dem dadurch erforderlichen zweiten Wahlgang setzte sich dann schließlich Matthias Gut durch.

Zahlreiche Mitglieder geehrt

Für ihr langjähriges Engagement in der WG konnten zahlreiche Winzerinnen und Winzer geehrt werden. Franz Gut ist seit 50 Jahren dabei und Erich Schill, Ferdinand Schätzle, Lothar Probst, Bernhard Flesch, Eckhard Schneider, Reinhard Stocker und Moritz Gerig seit 40 Jahren. Seit einem Vierteljahrhundert engagieren sich Klara Dürr, Andrea Schill, Jutta Bowe, Severin Schneider, Wilhelm Schill und Bernd Gut für die WG. Für 30-jährige Betriebszugehörigkeit wurde Doris Adler mit einem Weinpräsent bedacht.

WG Oberbergen
Geschäftsjahr 2015/16
Vorstandsvorsitzender: Rainer Gut
Geschäftsführer: Erwin Vogel
Mitglieder: 453 (Vorjahr: 452)
Ertragsrebfläche: 363 Hektar (Vorjahr: 360 Hektar)
Absatz: 3,3 Millionen Liter (Vorjahr: 2,6 Millionen Liter)
Umsatz: 10,07 Millionen Euro (Vorjahr: 8,7 Millionen Euro)
Bestand zum 30. Juni 2015: 2,7 Millionen Liter Wein (entspricht knapp 11
Verkaufmonaten)
Sortenspiegel: 35 Prozent Müller-Thurgau, 27 Prozent Spätburgunder, 24
Prozent Grauburgunder, 10 Prozent Weißburgunder, 4 Prozent sonstige Sorten
Abnehmerstruktur: 61 Prozent Lebensmittelhandel, 19,5 Prozent Fachhandel,
15 Prozent Privatkunden, 4,5 Prozent Gastronomie

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