Pressemeldungen

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10.10.2008:
Badische Zeitung

Ausgabe Kaiserstuhl

Ein Heimspiel für Günther Oettinger
Der Ministerpräsident sprach am Mittwochabend in Oberbergen über die Erfolge seiner Regierung und sang lauthals das Badnerlied

Von unserem Redakteur Gerold Zink
VOGTSBURG-OBERBERGEN. Es ist ohne Zweifel ein Heimspiel für Günther Oettinger. In Oberbergen, wo der Ministerpräsident am Mittwochabend weilte, um zur Halbzeit der Legislaturperiode eine Zwischenbilanz zu ziehen, erreicht die CDU bei Wahlen gewöhnlich über 75 Prozent. Hier muss der Politiker keine kritischen Fragen fürchten, hier ist für ihn die Welt noch in Ordnung.

Als Oettinger gegen 18.25 Uhr seinem Dienstwagen entsteigt ? wie gewöhnlich zwischen 45 und 60 Minuten zu spät ? wird er herzlich vor dem Neubau der Winzergenossenschaft von Parteifreunden und Funktionären empfangen. Er wirkt etwas gestresst, kein Wunder, ist es doch schon der fünfte oder sechste Termin des Ministerpräsidenten an diesem Tag.

Morgens Absprachen mit der Parteizentrale in Berlin bezüglich der umstrittenen Erbschaftssteuer, dann Auftritte in Laupheim (Verkauf des ehemaligen Airbus-Werks), in Lörrach (Einweihung der Berufsakademie) und in Laufenburg (Gespräche über Verkehrsprojekte) und dann auch noch ein Stau auf der Autobahn.

Oettinger hat es eilig, das ist nicht zu übersehen. Bevor es jedoch zur öffentlichen Kundgebung des Vogtsburger CDU-Stadtverbandes in das Obergeschoss des WG-Neubaus geht, lotsen ihn die Parteifreunde zunächst in den Holzfasskeller der WG Oberbergen. Der Ministerpräsident trinkt gerne Rotwein, das ist am Kaiserstuhl bekannt. Also wird vor dem besten Fass ein Zwischenstopp eingelegt.

Kellermeister Wolfgang Schupp und WG-Geschäftsführer Rolf Hofschneider erklären dem prominenten Gast, dass er einen besonderen Tropfen im Glas hat ? einen Spätburgunder, der aus Trauben gekeltert ist, die im Sommer geteilt wurden. Oettinger hört aufmerksam zu, fragt nach, nimmt einen Schluck und fühlt sich sichtlich wohl. Die Hektik scheint von ihm abzufallen. Noch ein paar Fotos für die Presse und ab geht es in den Saal der Genossenschaft, in dem bereits rund 150 Zuhörer und die Mitglieder der Oberbergener Winzerkapelle trotz Weinlese seit über einer Stunde ausharren.

Mit Applaus und Musik wird der hohe Gast empfangen. Udo Beck begrüßt ihn im Namen des Vogtsburger CDU-Stadtverbandes herzlich und äußert die Erwartung, dass der Ministerpräsident zur aktuellen Bankenkrise etwas sagt. "Uns wird davon bald schwindelig" , bringt er die Gemütsverfassung vieler Bürger auf den Punkt.
Doch noch darf Oettinger nicht ans Rednerpult. Vogtsburgs Bürgermeister Gabriel Schweizer kann sich diese Gelegenheit schließlich nicht entgehen lassen, dem Ministerpräsidenten die Wünsche der Stadt vorzutragen. Doch der von vielen erwartete lange Vortrag Schweizers bleibt aus.
In für ihn äußerst knappen 15 Minuten weist er darauf hin, dass der Strukturwandel im Weinbau noch nicht abgeschlossen ist, dass deshalb weitere Flurneuordnungen nötig sind, dass die Stadt Spielräume beim Thema Retention braucht und dass der Bau der B 31 West für die Region hohe Priorität hat.
Schließlich überreicht der Bürgermeister dem Ministerpräsidenten eine Holzkiste, gefüllt mit ? wie könnte es am Kaiserstuhl anders sein ? 6 Flaschen Spätburgunder sowie einer Kaiserstühler Walnusstorte, hergestellt aus Kaiserstühler Plenum-Produkten.

Gegen 19 Uhr ist es so weit: Oettinger darf ans Mikrofon. Nach einer artigen Entschuldigung für die Verspätung gibt es zunächst einmal Streicheleinheiten für die Gastgeber: "Vogtsburg und Oberbergen gehören zum Besten, was Baden-Württemberg zu bieten hat" , sagt der Ministerpräsident. Keiner im Saal widerspricht ihm, schließlich muss es der Landesvater ja wissen. Auch der Neubau der hiesigen Winzergenossenschaft gefalle ihm sehr gut. Dieser zeuge von Erfolg, Leistungsbereitschaft, Wohlstand und Mut. Spätestens mit diesem Lob hat Oettinger auch die letzten Herzen im Saal erobert.

Dann jedoch wird es ernst. "Wer die Finanzkrise betrachtet, bekommt wirklich Sorgen, wie es weitergeht" , betont der Gast. Allerdings stehe Baden-Württemberg im Vergleich mit anderen noch gut da. Weil es im Ländle viele Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen gebe, die nicht vom "globalen, beherrschlosen Prozess abhängen" , würden sich die Auswirkungen in Baden-Württemberg wohl in Grenzen halten.

Auch wirtschaftlich könnten sich die Leistungen der Regierung sehen lassen: 4 Prozent Arbeitslosigkeit, ein höheres Wirtschaftswachstum als andere Bundesländer, ein stabiles Handwerk, gut ausgebildete Landwirte und 4 Elite-Universitäten im Land. Die Zuhörer applaudieren, Oettinger scheint zufrieden.

Und wie sieht die Zukunft aus? "Das Wichtigste ist, dass es auf dem Arbeitsmarkt weiter aufwärts geht" , betont der Ministerpräsident, deshalb investiere die Regierung auch kräftig in die Bereiche Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Darüber hinaus gelte es, die Verkehrswege zu modernisieren (Ausbau der Auto- und Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel), Ökologie und Ökonomie weiter miteinander zu versöhnen und vor allem die Schulden von derzeit über 40 Milliarden Euro weiter zu verringern. Oettinger ist bei seinem Lieblingsthema angelangt und weist stolz darauf hin, dass das Land in diesem Jahr sogar 350 Millionen Euro Altschulden getilgt hat. Es sei die Pflicht der jetzigen Generation, diesen Weg der Konsolidierung fortzusetzen, auch wenn dies für die Bürger eine hohe Belastung durch Steuern bedeute.

Zum Schluss der Rede mutiert Oettinger zum Wahlkämpfer. Er bezeichnet Oskar Lafontaine als "Rattenfänger" und fordert unter starkem Beifall der Zuhörer, dass dem Aufbau Ost jetzt ein Aufbau Südwest folgen müsse.
45 Minuten sind vorbei, der Ministerpräsident hat engagiert gesprochen, die Veranstalter sind zufrieden. "Wir danken ihnen besonders für ihr Bekenntnis zum ländlichen Raum" , sagt Oberbergens Ortsvorsteher Friedrich Schill. Die Winzerkapelle spielt das Badnerlied und der Schwabe Oettinger singt kräftig mit. Noch ein Eintrag ins goldene Buch der Stadt Vogtsburg und ins Gästebuch der Winzergenossenschaft, dann ist die Terminhetze des Tages für Oettinger endlich vorbei. Er genießt es sichtlich, anschließend im kleinen Kreis einen Grau- und Spätburgunder zu verkosten und über Gott, den Wein und die Welt zu diskutieren.

Es ist schon lange dunkel, als der Dienstwagen wieder in Richtung Stuttgart düst. Schließlich sieht der heutige Tag ? was die Terminfülle angeht ? wohl kaum anders als der gestrige aus.


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23.07.2008:
Badische Zeitung

Ausgabe Kaiserstuhl

Badische Zeitung vom Mittwoch, 23. Juli 2008
Fröhliches Sommerfest
Auf dem Gelände der Winzergenossenschaft Oberbergen wurde kräftig gefeiert
Von unserer Mitarbeiterin Christine Aniol

VOGTSBURG-OBERBERGEN. Mit edlen Tropfen der Oberbergener Winzergenossenschaft, Führungen durch die Weinberge sowie viel Musik für Jung und Alt wurde am vergangenen Wochenende rund um die WG Oberbergen gefeiert. Für den Erfolg des Sommerfestes sorgten mehr als 140 Helfer der örtlichen Vereine.

Gute Stimmung herrschte am Samstagnachmittag. Viele Senioren vom ganzen Kaiserstuhl schunkelten gut gelaunt zu den Schlagern des Entertainers Martin Blum. Die aus Funk und Fernsehen bekannte 19-jährige Nicole de Marco schrieb fleißig Autogramme. "Wir haben alle Altenwerke aus Vogtsburg und aus Breisach eingeladen und ich finde es toll, dass so viele gekommen sind" , betonte Erwin Vogel. Jeder habe einen Gutschein für eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen erhalten, erklärte er. "Die zahlreichen Kuchenspenden kommen aus der Bevölkerung. Das hat toll funktioniert", so Vogel, der für die Organisation des Festes verantwortlich war. Mehr als 140 Helfer der 7 Oberbergener Vereine sorgten für einen reibungslosen Ablauf und waren das ganze Festwochenende über unter anderem an den einzelnen Essenständen im Einsatz.
Kellerführung für Kinder
Auch für die jüngeren Besucher wurde beim Sommerfest einiges geboten. Neben Kinderschminken und einer Hüpfburg gab es erstmals eine Kellerführung extra für Kinder. Statt Wein und Sekt schenkte der zweite Kellermeister Thomas Knab Apfel- und Traubensaft aus, erklärte, wie man Wein herstellt und zeigte den interessierten Kindern auch die Winzergenossenschaft.
Am Samstagabend zog es vor allem Gäste in Feierlaune zur WG nach Oberbergen. Mit abwechslungsreicher Musik sorgte die Live-Band "5decibel" beim Sommernachtsball für Stimmung.

Neben Rundgängen durch die Winzergenossenschaft, den Gewölbegang und den Holzfasskeller aus den 50er und 60er Jahren standen am Wochenende auch Weinbergsführungen auf dem Programm. Zudem nutzten viele Besucher die Gelegenheit und probierten die Weine des Jahrgangs 2007.
Der Sonntag stand, wie im Vorfeld von den Organisatoren angekündigt, im Zeichen der Blasmusik. Mit einem bunten Musikrepertoire sorgten die Winzerkapelle Oberbergen und der Musikverein Yach für ein abwechslungsreiches Programm. "Dank des Wetters war das Sommerfest ein großer Erfolg, wir hatten etwa 2000 Gäste", freute sich Vogel. Vor allem die
Zusammenarbeit mit der Festgemeinschaft habe gut funktioniert, lobte er.


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19.01.2008:
Badische Zeitung

Ausgabe Kaiserstuhl

Badische Zeitung vom Samstag, 19. Januar 2008
Eine Bilanz zum Genießen
Winzergenossenschaft Oberbergen steigert Absatz, Umsatz und die Auszahlung an die Mitglieder

Von unserem Redakteur Gerold Zink


VOGTSBURG-OBERBERGEN. Die Winzergenossenschaft Oberbergen hat im Geschäftsjahr 2006/2007 (1. Juli bis 30. Juni) ein hervorragendes Ergebnis erzielt: Absatz, Umsatz und das Traubengeld der Mitglieder konnten gesteigert werden. Einziger Wermutstropfen: Im Keller lagert zu wenig Wein, um alle Wünsche der Kunden erfüllen zu können.

Geschäftsführer Rolf Hofschneider war in der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend die Freude über die sehr guten Zahlen deutlich anzumerken. So hat das Unternehmen seinen Weinabsatz um 4,5 Prozent von 3,05 auf 3,18 Millionen Liter gesteigert. Der Umsatz stieg gar um 5,6 Prozent auf 8,7 Millionen Euro, dem höchsten Wert der vergangenen 5 Jahre. Der Erlös je Liter Wein erhöhte sich um 4 Cent auf 2,72 Euro. Die Winzer erhielten für ihre Trauben trotz einer Sonderabschreibung auf das neue Verkaufsgebäude 2,5 Prozent mehr Geld. Mit ihrer Auszahlung liegt die WG Oberbergen mit an der Spitze des Kaiserstuhls und im oberen Drittel in Baden.

Die Ertragsrebfläche stieg weiter von 329 auf 336 Hektar, die Zahl der Mitglieder von 452 auf 453. 39 Prozent der Weine wurden an den Fachhandel und an C & C-Märkte verkauft, ebenfalls zusammen 39 Prozent an den Lebensmittelhandel und an Discounter. 7 Prozent der Tropfen wurden in der Gastronomie und 15 Prozent an Privatkunden abgesetzt.

Der Rebsortenspiegel blieb fast unverändert bei 36 Prozent Müller-Thurgau, 30 Prozent Spät-, 22 Prozent Grau- und 7 Prozent Weißburgunder. Der Weißwein ist auch in der WG Oberbergen knapp, besonders der Grauburgunder, bei dem die Lage laut Hofschneider "dramatisch" ist. Rotwein gibt es dagegen ? wie überall ? genug. "Wir wollen nicht auf Teufel komm raus rote Rebsorten durch weiße ersetzen, in Grenzbereichen kann dies aber durchaus sinnvoll sein" , betonte der Vorstandsvorsitzende Friedrich Schill.

Die Kosten je Liter erhöhten sich in dem Unternehmen um 8 Cent, dennoch produziert am Kaiserstuhl keine andere Genossenschaft so günstig wie die WG Oberbergen. Der Anteil der 0,75-Literflaschen ist auf 46 Prozent gestiegen, die Zahl der 0,25-Literflaschen konnte gar auf über 85 000 fast verdoppelt werden.

Sorgen bereiten Hofschneider und Schill die stark steigenden Preise bei Glas und Verpackungen sowie die geringen Vorräte im Keller. Letztere reduzierten sich von 3,1 auf 2,6 Millionen Liter und reichen noch für 10 Verkaufsmonate. "Leider müssen wir derzeit mit angezogener Handbremse verkaufen" , erklärte Hofschneider, klar sei deshalb, dass das sehr gute Ergebnis im Geschäftsjahr 2007/2008 nicht zu wiederholen sei. Erfreulich sei allerdings, dass in den vergangenen Monaten der Durchschnittserlös je Liter kräftig nach oben geklettert sei. Größere Aufträge habe man von der Fluggesellschaft TUI-Fly und der Hotelkette Maritim erhalten.

Im neuen Verkaufsgebäude haben 2007 über 130 Veranstaltungen stattgefunden. Die veranschlagte Summe für den Neubau von 2,9 Millionen Euro habe die Verwaltung durch ein strenges Kostenmanagement sogar reduzieren können. "Darauf sind wir stolz" , betonte der Geschäftsführer, der wie Schill allen Mitarbeitern und Verantwortlichen herzlich dafür dankte, dass sie die zusätzlichen Belastungen mitgetragen haben.

Schill kündigte weitere Investitionen in das Unternehmen an, "denn wir wollen technisch immer auf dem neuesten Stand sein" . Der Vorstandsvorsitzende freute sich über viele Medaillen und Auszeichnungen, die der Betrieb für seine Weine erhalten hat und forderte alle Winzer dazu auf, weiter konsequent auf Qualität zu setzen. So sei das Projekt "Traubenteilung" ein großer Erfolg gewesen.

Kellermeister Wolfgang Schupp kredenzte den Mitgliedern 2 Rotweine: einen normalen Qualitätswein und einen Tropfen, für den die Trauben geteilt worden waren. Der Unterschied war frappierend. Der Wein aus der Traubenteilung wies deutlich mehr Aromen, Körper und Dichte auf. "Es gibt genügend Rotwein auf dem Markt, deshalb müssen wir durch Qualität überzeugen" , betonte der Kellermeister. Die Ernte 2007 sei qualitativ außerordentlich gut gewesen, die Menge mit 2,9 Millionen Litern (85 Liter je Ar) jedoch nicht gerade groß.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Kilian Schneider betonte, dass auch auf die WG Oberbergen immer wieder neue Herausforderungen warten. So wisse heute noch niemand, ob in 10 oder 20 Jahren 336 Hektar noch eine ausreichende Betriebsgröße darstellen. Vielleicht mache es Sinn, in eine moderne Abfülltechnik zu investieren und diese dann auch anderen Betrieben zur Verfügung zu stellen.

Gemeinsam mit Dieter Holland, Prüfer beim Badischen Genossenschaftsverband in Karlsruhe, würdigte Schneider das Engagement von Klaus Baumgartner, der nach 18 Jahren aus dem Aufsichtsrat ausschied, "um einem Jüngeren Platz zu machen" , wie er betonte. Als Höhepunkte seiner Amtszeit bezeichnete Baumgartner die Fusion mit der WG Schelingen und die Planung des Neubaus.

Schneider würdigte Baumgartners "weinfrohe und kompetente Art" , er sei einfach ein "Oberbergener Original" . Holland nannte Baumgartner ein "Bindeglied zwischen Winzern und Verwaltung" . Er habe die Geschicke der Genossenschaft mitgeprägt und nie die Verantwortung gescheut. Holland überreichte Baumgartner die silberne Ehrennadel des Badischen Genossenschaftsverbandes.

Für Baumgartner rückt Florian Schneider in den Aufsichtsrat nach, der sich bei der Wahl mit 92 zu 57 Stimmen gegen Bruno Stocker durchsetzte. Erneut in den Aufsichtsrat gewählt wurde Karl Essig und auch Rudolf Stocker bleibt der WG als Vorstandsmitglied erhalten.


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