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02.12.2006:
Badische Zeitung

Ausgabe Kaiserstuhl

Badische Zeitung Schon wieder brennt es in Oberbergen
Serie reißt nicht ab / Feuer zerstört Verpackungslager der Winzergenossenschaft / Polizei richtet spezielle Ermittlungsgruppe ein

Von unserem Redakteur Gerold Zink


Völlig ausgebrannt ist am Freitagmorgen das Verpackungslager der Winzergenossenschaft in Oberbergen.



VOGTSBURG-OBERBERGEN. Die Bevölkerung und die Feuerwehr von Oberbergen kommen nicht zur Ruhe. Beim siebten Brand innerhalb eines Jahres wurde gestern Morgen das Kartonagelager der Winzergenossenschaft zerstört. Und wieder wird Brandstiftung nicht ausgeschlossen. Der Sachschaden dürfte nach ersten Schätzungen zwischen 500 000 Euro und einer Million liegen. Zwei Feuerwehrleute wurden bei den Löscharbeiten leicht verletzt. Die Polizei hat inzwischen eine spezielle Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Nach Angaben von Vogtsburgs Stadtbrandmeister Harald Vögtle wurden die Wehren von Oberbergen und Schelingen um 0.34 Uhr über die Freiburger Berufsfeuerwehr alarmiert. Als die Feuerwehrleute am Brandort eintrafen, quoll bereits dicker Rauch aus dem Kartonagelager der Winzergenossenschaft. Vögtle verständigte darauf weitere Vogtsburger Feuerwehrabteilungen sowie die Kollegen aus Breisach, die mit ihrer Drehleiter anrückten. Später wurden auch noch Feuerwehrkameraden aus Ihringen angefordert.

Insgesamt waren rund 150 Feuerwehrmänner sowie Mitglieder der DRK-Ortsvereine Oberbergen und Schelingen im Einsatz.

Mit einer Stahlschere und einem Spreizer öffneten die Feuerwehrmänner das Rolltor des rund 400 Quadratmeter großen Kartonagelagers. Da sich die Flammen inzwischen auch durch das Dach des Gebäudes einen Weg gebahnt hatten, wurde mit Hilfe der Drehleiter von oben Wasser in den Raum gespritzt. Atemschutzträger versuchten derweil vom Boden aus, das Feuer zu bekämpfen. Einige Feuerwehrleute kühlten die großen Stahltanks, in denen Wein gelagert wird, und verhinderten laut Vögtle ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude der Genossenschaft.

Gegen 3 Uhr erreichte die Feuerwehrleitung einen Baggerfahrer, dessen Bagger nicht weit vom Brandort entfernt stand. Mutig holte er mit dem Greifer seiner Maschine brennende und verkohlte Kartonagen aus der Stahlhalle heraus. Dennoch fingen die leicht brennbaren Kartonagen immer wieder Feuer. Ein Raub der Flammen wurde auch
die aus Holz bestehende Weinlaube der Genossenschaft, die jedes Jahr beim Breisacher Weinfest zum Einsatz kommt. Gegen 8 Uhr morgens waren schließlich die letzten Flammen gelöscht, was es ermöglichte, jetzt mit 2 Baggern das Gebäude leer zu räumen. Die Feuerwehr richtete danach eine Brandwache ein. "Die Zusammenarbeit der einzelnen Wehren hat gut geklappt, wir wurden sehr gefordert und hatten Glück, dass kein Wind ging" , betonte Vogtsburgs Stadtbrandmeister.

Nach Angaben von Rolf Hofschneider, Geschäftsführer der WG Oberbergen, lässt sich die Höhe des Sachschadens noch nicht genau beziffern, weil zum Beispiel erst untersucht werden muss, ob die Betondecke zwischen dem Kartonage- und dem darunterliegenden Flaschenlager durch das Feuer beschädigt wurde. Hofschneider glaubt allerdings, dass der Schaden sicherlich zwischen 500 000 und einer Million Euro liegen wird. Durch das Feuer seien nicht nur das erst im Jahr 2000 gebaute Verpackungslager zerstört worden, sondern auch zigtausende Kartons, etwa 600 000 Drehverschlüsse und einige Korken. Wie hoch darüber hinaus der Wasserschaden im Flaschenlager ist, sei noch nicht absehbar. Die Lieferfähigkeit der Genossenschaft sei jedoch nicht beeinträchtigt.

Die Ursache des Brandes ist noch völlig unklar. Nach Angaben von Hofschneider und von Friedrich Schill, dem Vorstandsvorsitzenden der WG Oberbergen, wurden in der Verpackungshalle jedoch keine elektrischen Geräte oder technischen Anlagen gelagert. Lediglich Leitungen für einige wenige Lampen würden sich in dem Raum befinden. Da in Oberbergen in den vergangenen 12 Monaten mindestens 6 Brände vorsätzlich gelegt wurden, könne man jedoch auch in diesem Fall Brandstiftung nicht ausschließen, zumal die Verpackungshalle von der Straße aus nur schwer einsehbar sei, weil sie im rückwärtigen Teil des Firmenareals liege.

Auch die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus. Beamte nahmen bereits am frühen Freitagmorgen vor Ort ihre Arbeit auf. Die Kriminalpolizei hat eine spezielle Ermittlungsgruppe eingerichtet. Sie hofft vor allem auf sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung und weist darauf hin, dass das Feuer auch wesentlich früher, also bereits am späten Donnerstagabend, ausgebrochen sein könnte. Insofern sei jede Beobachtung im Bereich der WG Oberbergen zu dieser Zeit wertvoll.

Zu erreichen sind die Ermittler unter Telefon 0761/8824884, über das so genannte anonyme Telefon 0761/41262 oder per E-Mail an kripo.freiburg@pdfr.bwl.de.


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01.09.2006:
Badische Zeitung

Ausgabe Kaiserstuhl

Badische Zeitung Edle Tropfen für die Prinzessin

Empfang: Oberbergen feierte die neue Weinhoheit Rebecca Gut

Von unserer Mitarbeiterin Christine Aniol

VOGTSBURG-OBERBERGEN. "Vogtsburg ist ein guter Boden für Hoheiten" , meinte Bürgermeister Gabriel Schweizer zufrieden, als er Rebecca Gut, die neue Weinprinzessin für die Bereiche Kaiserstuhl und Tuniberg, im Oberbergener Rathaus willkommen hieß. Nach dem Eintrag in das Goldene Buch wurde die neue Weinhoheit in der Festhalle ihres Heimatortes von vielen Bürgern gefeiert.

"Die Faszination für den Wein ist hier in der größten Weinbaugemeinde im Land selbstverständlich" , betont Schweizer bei seiner Begrüßung in der Festhalle. Auch die erste Weinprinzessin Clara Bitzenhofer, geborene Stocker, sowie Daniela Gut, die im Jahr 1999/2000 Weinprinzessin war, waren zu der Feier gekommen und hatten sich im Rathaus in das Goldene Buch eingetragen. "Es ist toll, dass einmal mehr eine junge Dame aus einer Vogtsburger Gemeinde für den Kaiserstuhl und den Tuniberg sowie die Landschaft und die Menschen wirbt" , fügte der Bürgermeister hinzu.

Auch der Oberbergener Ortsvorsteher Friedrich Schill zeigte sich stolz auf die Weinhoheit aus seiner Gemeinde. "Mit viel Ausdauer, Fleiß, Wissen sowie der nötigen Redegewandtheit und einer natürlichen Ausstrahlung hat sie es geschafft" , sagte er. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung für die Verwaltungsfachangestellte, die in der Breisach-Touristik arbeitet, von der Oberbergener Winzerkapelle unter der Leitung von Christoph Karle sowie dem Kirchenchor und dem Männerchor unter der Leitung von Max Gut.

Erfreut gratulierte die Badische Weinprinzessin Elke Hopp vom Bodensee der jungen Weinprinzessin. "Das Jahr wird aufregend, das kann ich dir versprechen" , sagte sie und wünschte ihrer 20-Jährigen Kollegin viele interessante Weinbegegnungen. Der Bereichsvorsitzende für den Kaiserstuhl, Hans-Peter Johner, sowie Karl-Heinrich Maier, Bereichsvorsitzender für den Tuniberg, überbrachten der neuen Weinprinzessin eine Auswahl edler Tropfen aus der Region. "Da ist bestimmt für jeden Geschmack etwas Leckeres dabei" , waren sie sich sicher.

Annette Senn von der Breisach-Touristik überbrachte die besten Wünsche der Stadt. Sie versprach, Gut genügend Freiräume für ihre Tour in Sachen Wein zu lassen.

Der Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Oberbergen Rolf Hofschneider, der Gut auch bei der Vorbereitung auf das Auswahlgespräch geholfen hatte, sicherte ihr weiterhin seine fachliche Unterstützung zu. Ford-Händler Siegfried Ernst aus Bahlingen, der das Ford-Cabrio für die Weinprinzessin gesponsert hatte, nannte die charmante Rebecca Gut einen Gewinn für Oberbergen. Die Ernst und König GmbH unterstütze gerne die Prinzessin, die nun in ganz Deutschland für den Badischen, besonders aber für den Kaiserstühler und Tuniberger Wein werbe, betonte er. Der Sprecher der Vereine, Erwin Vogel, schloss sich den Grußworten an. "Wir sind einfach nur stolz" , sagte er lachend. Rebecca Gut, sichtlich gerührt, dankte für die Glückwünsche und die "überwältigende Herzlichkeit" der Oberbergener. Ihr Projekt, Weinprinzessin zu werden, sei nun in Erfüllung gegangen, sagte sie. "Ich bin gespannt, was in diesem Jahr alles auf mich zukommt und bin sicher, dass ich die Kaiserstühler sowie die Tuniberger Weine gut vertreten werde" , betont die Weinprinzessin.


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26.08.2006:
Badische Zeitung

Ausgabe Kaiserstuhl

Badische Zeitung Rebecca Gut aus Oberbergen neue Weinprinzessin




"Genießen ist unser Programm"

Gestern Abend wurde bei Sonnenschein das 50. Weinfest für die Weinbaubereiche Kaiserstuhl und Tuniberg eröffnet

Von unserem Redakteur Gerold Zink



BREISACH. Das Jubiläum hat mit Sonnenschein begonnen: Gestern Abend wünschte die neue Weinprinzessin Rebecca Gut aus Oberbergen dem 50. Weinfest für die Weinbaubereiche Kaiserstuhl und Tuniberg einen guten Verlauf. Bereits am ersten Abend der Großveranstaltung strömten wieder mehrere tausend Menschen zum Rhein, um Weine der zahlreich vertretenen Winzergenossenschaften zu probieren oder um sich einfach nur zu amüsieren. Morgen, Sonntag, 14 Uhr, steht ein großer Festumzug mit 70 Gruppen und Wagen auf dem Programm.

Bereits gegen 17.30 Uhr hatten sich zahlreiche Ehrengäste auf dem Breisacher Marktplatz versammelt, um gemeinsam zum Weindorf an den Rhein zu ziehen. Musikalisch begleitet wurden sie dabei vom Fanfarenzug Kaiserstühler Herolde aus Ihringen. Gegen 18 Uhr begann die offizielle Eröffnungszeremonie im Pavillon auf dem Weinfestgelände. Hermann Wiegand, der Aufsichtsratsvorsitzende der Kaiserstühler Wein-Marketing GmbH, begrüßte die Besucher und erinnerte an die Hilfsaktion für die Breisacher Artistenfamilie Traber. Der neue Bürgermeister Oliver Rein hieß zahlreiche Freunde im Namen der "Wein- und Sektstadt Breisach" willkommen.

Hanspeter Johner, der Bereichsvorsitzende des Badischen Weinbauverbandes am Kaiserstuhl, ging in seiner Rede auf das Jubiläum ein. 50 Weinfeste für Kaiserstuhl und Tuniberg bedeuteten "50 Jahre Weinbautradition, 50 Jahre individuelle Weine, 50 Jahre qualitätsorientierte Weinerzeugung und 50 Jahre Werbung für den heimischen Wein" . Das Breisacher Weinfest sei in erster Linie das "Fest unserer Winzer" und biete mit dem Weindorf und der idyllischen Lage am Rhein etwas "Besonderes und Unverwechselbares" . Johner ermunterte die Gäste, möglichst viele unterschiedliche Tropfen zu probieren. "Das Weinfest ist Kult, genießen unser Programm" , sagte er abschließend.

Dann hieß es für die bis gestern amtierende Kaiserstühler Weinprinzessin Marion Meyer aus Kiechlinsbergen Abschied zu nehmen
und ihre Krone abzulegen. Sie berichtete von zahlreichen interessanten Begegnungen während ihres Amtsjahres und hob die Qualität der Kaiserstühler und Tuniberger Weine hervor. Die Badische Weinkönigin Corina Benz dankte ihr für ihr Engagement und überreichte die silberne Brosche des Badischen Weinbauverbandes.

Dann war es soweit. Das Geheimnis wurde gelüftet. Die 20-jährige Rebecca Gut aus Oberbergen wurde als neue Weinprinzessin für Kaiserstuhl und Tuniberg präsentiert. Corina Benz stellte sie vor und setzte ihr die Krone auf. Selbstbewusst bezeichnete sich Rebecca Gut als ein "gutes Cuvée von Kaiserstuhl und Tuniberg" , da ihre Mutter vom Tuniberg und ihr Vater vom Kaiserstuhl stammt. Damit die neue Würdenträgerin mobil ist, erhielt sie von Siegfried Ernst aus Bahlingen, dem Inhaber des Autohauses Ernst und König, den Schlüssel für einen neuen Ford Streetka Cabriolet überreicht ? ein Auto mit hohem "Flirtpotenzial" .

Schließlich eröffnete Rebecca Gut mit einem Trinkspruch das 50. Bezirksweinfest für Kaiserstuhl und Tuniberg. Abschließend wurde am neuen Pavillon der Zimmerer-Innung Richtfest gefeiert, bevor sich die Besucher der Eröffnungszeremonie einen Platz in einer der heimeligen Weinlauben suchten.



"Ich hatte schon viel Lampenfieber"

BZ-INTERVIEW mit der neuen Weinprinzessin Rebecca Gut

BREISACH / VOGTSBURG-OBERBERGEN. Rebecca Gut aus Oberbergen ist die neue Weinprinzessin für die Bereiche Kaiserstuhl und Tuniberg. Die 20-jährige Verwaltungsfachangestellte, die in der Breisach-Touristik arbeitet, konnte sich bei der Wahl gegen zwei Konkurrentinnen erfolgreich durchsetzen. Mit ihr sprachen Johanna Grab und Agnes Pohrt.

BZ: Ist jetzt ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen?
Gut: Na,ja. Ich habe schon in den letzten zwei Jahren mit dem Gedanken gespielt, mich zu bewerben. Aber ich wollte zuerst meine Ausbildung beenden, deshalb habe ich mich erst dieses Jahr beworben.
BZ: Stammen Sie aus einer Winzerfamilie?
Gut: Ja. Meine Eltern sind Nebenerwerbswinzer. Meine Mutter kommt aus einem Niederrimsinger Weinbaubetrieb, mein Vater aus Oberbergen. Ich habe auch schon in den Reben mitgearbeitet.
BZ: Wie haben Sie sich auf die Wahl vorbereitet? Hat Sie jemand besonders dabei unterstützt?
Gut: Große Unterstützung bekam ich von Rolf Hofschneider, Geschäftsführer der WG Oberbergen, und seiner Frau Ortrud, die ja auch eine Kollegin von mir bei der Stadt Breisach ist. Unterstützt haben mich auch Thomas Knab, zweiter Kellermeister der WG Oberbergen, und mein Freund, der aus einem Weingut stammt.
BZ: Hatten Sie viel Lampenfieber?
Gut: Ja, vor allem als ich erfuhr, dass meine Konkurrentinnen vom Fach sind. Die eine ist Winzerin, die andere Weinbautechnikerin.
BZ: Was war für Sie die schwierigste Frage?
Gut: Vor den Fragen hatte ich eigentlich weniger Angst, mehr vor dem Weinprobieren.
BZ: Worauf freuen Sie sich am meisten in Ihrer Zeit als Weinprinzessin?
Gut: Jetzt freue ich mich erst einmal auf den Sonntag, wenn der große Trachtenumzug stattfindet. Ansonsten lasse ich es auf mich zukommen.
BZ: Was fasziniert Sie am Thema Wein?
Gut: Ich bin im Kaiserstuhl aufgewachsen, ich trinke selbst gerne Wein.
BZ: Welchen trinken Sie am liebsten?
Gut: Am liebsten mag ich Weißburgunder.
BZ: Welche Hobbys haben Sie?
Gut: Ich unternehme gerne etwas mit Freunden, reise gerne und genieße das Leben.


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24.07.2006:
Badische Zeitung

Ausgabe Montag, 24. Juli 2006

Badische Zeitung "Ein Himmel voller Bassgeigen"

VOGTSBURG-OBERBERGEN. Nach 3 Jahren Planung hat die Winzergenossenschaft Oberbergen am Wochenende ihr neues Weinzentrum offiziell eingeweiht

Von unserem Redakteur Gerold Zink

VOGTSBURG-OBERBERGEN. Mit einem Festakt und Tagen der offenen Tür hat die Winzergenossenschaft Oberbergen am Wochenende ihr neues Weinzentrum eingeweiht. Der "Weinraum Winzerwelt Bassgeige" , wie das 3,3 Millionen Euro teure Gebäude offiziell heißt, wurde von allen Rednern als architektonisch überaus gelungen und als sinnvolle Investition in die Zukunft bezeichnet. Am Samstag und Sonntag nutzten viele Winzer und Besucher die Möglichkeit, sich das neue Gebäude selbst anzusehen.

Imposant sind alleine schon die Eckdaten des Projekts. So ist das neue Weinzentrum bei einer Gebäudetiefe von 25 Metern 60 Meter lang. Der umbaute Raum beträgt 7000 Kubikmeter und die Nutzfläche 1500 Quadratmeter. Der Verkaufsraum ist rund 300, das Weinlager 220, die Terrasse 45 und das "Genussatelier" für Weinproben und Veranstaltungen 200 Quadratmeter groß. Bis zu 170 Personen finden im neuen "Genussatelier" Platz. Der Gewölbegang, der unter der Landstraße hindurchführt und Alt- und Neubau miteinander verbindet, ist 27 Meter lang. Die Planungsphase mit Architektenwettbewerb betrug rund 3 Jahre und die reine Bauzeit 15 Monate.

"Gut Ding will Weile haben" , erklärte Friedrich Schill zu Beginn der Einweihungsfeier am Freitagabend. Der Vorstandsvorsitzende der WG Oberbergen dankte allen, die zum Gelingen dieses "schönen und eleganten Bauwerks" etwas beigetragen hatten. Das neue Weinzentrum sei der 14. und gleichzeitig größte Bauabschnitt seit Bestehen der Genossenschaft. "Wer in diesem Umfang investiert, ist von der Zukunft überzeugt" , rief Schill den Festgästen zu. Als "großes Glück" bezeichnete es der Vorstandsvorsitzende, dass die Verantwortlichen des Unternehmens von der ursprünglichen Idee, den Altbau zu erweitern, abgekommen seien und nun "diesen Traum" verwirklicht hätten. Nachdem Schill ausführlich auf die Planungs- und Bauzeit zurückgeblickt hatte, enthüllte er zusammen mit WG-Geschäftsführer Rolf Hofschneider und Architekt Wolfgang Frey aus Bahlingen den so genannten Schlussstein.

Gesegnet wurde das neue Haus von den Vogtsburger Geistlichen Josef Fischer und Bernhard Goetz. "Es ist gut gegangen und gut geworden" , erklärte Fischer, während Goetz auf die Bedeutung des Spruchs "Ändere heute, was du heute schon verändern kannst" näher einging. Goetz wünschte der WG Oberbergen auch einen "Himmel voller Bassgeigen" . Beide überreichten Hofschneider unter anderem ein Fernglas, damit er von dem neuen Gebäude aus die Oberbergener Winzer besser bei der Arbeit beobachten kann.

Architekt Wolfgang Frey bezeichnete das Gebäude als "ein Haus, dem man auch von außen ansieht, dass es mit Wein zu tun hat" . Bei 121 offiziellen und einigen inoffiziellen Sitzungsterminen seien die Ideen für das Weinzentrum gemeinsam engagiert erarbeitet und verfeinert worden. Er dankte für diese " partnerschaftliche Zusammenarbeit" und den Handwerkern für ihren Einsatz. Als Geschenk überreichte er eine Fotobroschüre.

Vogtsburgs Bürgermeister Gabriel Schweizer sprach von einem "neuen Zentrum für Wein" und von einer "Vision, die Wirklichkeit geworden ist" . Das neue Gebäude werte nicht nur Oberbergen, sondern den ganzen Kaiserstuhl auf. Eine der erfolgreichsten Winzergenossenschaften der Region habe Mut zur Zukunft bewiesen. Als Präsent hatte er einen Gutschein für einen Baum mitgebracht.

Gundolf Fleischer, Finanzstaatssekretär des Landes, fand, dass das neue Gebäude gut zur hohen Qualität der Oberbergener Weine passe. Für Gerhard Roßwog, Vorstandsvorsitzender des Badischen Genossenschaftsverbandes, "genießt hier künftig das Auge mit" und nach Ansicht von Marion Meyer, Weinprinzessin für Kaiserstuhl und Tuniberg, wurden "mit diesem Bauwerk neue Maßstäbe gesetzt" .

"Die Winzerschaft in Baden baut trotz aller Schwierigkeiten, dies ist ein Zeichen der Hoffnung" , erklärte Gerhard Hurst, Präsident des Badischen Weinbauverbandes. Und nach Ansicht von Fridolin Baumgartner, der für den Oberbergener Ortschaftsrat eine privat bezahlte Uhr überreichte, wird das neue Gebäude "in die Zeitgeschichte von Oberbergen eingehen" .

Rolf Hofschneider freute sich schließlich als letzter Redner, dass bereits in den ersten Tagen nach der Eröffnung neue Kunden gewonnen werden konnten. "Ich habe Leute gesehen, die am Altbau mit Sicherheit vorbeigefahren wären" , betonte er. Durch den Neubau werde die WG nun "ganz anders wahrgenommen" . Der Betrieb könne endlich seine hervorragenden Wein- und Sektspezialitäten ins rechte Licht rücken. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von einem Quintett der Winzerkapelle Oberbergen sowie von Ralf Beck und Monika Sundermann, die mit einem Werk von Monti einen gelungenen Schlusspunkt setzten.

Am Samstag und Sonntag wurde das neue Weinzentrum von vielen Gästen in Augenschein genommen. Vereine aus Oberbergen sorgten für das leibliche Wohl und für musikalische Unterhaltung.


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14.01.2006:
Badische Zeitung

Ausgabe Sa. 14.01.2006

Oberbergener Winzer bekommen mehr Geld



Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr: Winzergenossenschaft freut sich über Absatzsteigerung / Im Juli soll das neue Verkaufsgebäude eingeweiht werden

Von unserer Mitarbeiterin Christina Fässler


VOGTSBURG-OBERBERGEN. Auch das Geschäftsjahr 2004/2005 (1. Juli bis 30. Juni) verlief für die Winzergenossenschaft Oberbergen sehr erfreulich, wie in der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend deutlich wurde. Das zeigte sich auch an der Höhe der Auszahlung an die Winzer: Diese konnte um 600 Euro pro Hektar erhöht werden, womit sich der Betrieb laut Geschäftsführer Rolf Hofschneider auf hohem Niveau bewege.

Die Genossenschaft verkaufte im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 3,1 Millionen Liter Wein, was einer Absatzsteigerung von rund 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Da der Durchschnittserlös pro Liter Wein allerdings von 2,81 auf 2,68 Euro fiel, stieg der Umsatz um nur etwa ein Prozent auf rund 8,5 Millionen Euro.

Die Zahl der Mitglieder erhöhte sich von 450 auf 453, die Ertragsrebfläche vergrößerte sich leicht von 327 auf 329 Hektar. Auf 53 Prozent der Fläche werden Burgundersorten angebaut (18 Prozent Ruländer, 6 Prozent Weißburgunder und 29 Prozent Spätburgunder). Im Vorjahr machten die Burgundersorten noch 56 Prozent aus. Auch der Anteil von Müller-Thurgau wurde verringert, von 40 auf 36 Prozent. Der Anteil der anderen Rebsorten hingegen, darunter Silvaner und Muskateller, erhöhte sich von vier auf elf Prozent.

Der Anteil der größten Abnehmergruppe, zu der der Fachhandel und die Gastronomie zählen, sank von 50 Prozent im Vorjahr auf 47 Prozent, der Anteil des Lebensmittelhandels hingegen stieg von 35,5 auf 38 Prozent. Auch der Anteil der Endverbraucher erhöhte sich leicht von 14,5 auf 15 Prozent.

Der zum Ende des Berichtsjahres im Keller eingelagerte Weinvorrat stieg von 2,7 Millionen Litern im Vorjahr auf 3,1 Millionen Liter. Davon sind 90 Prozent aus dem Jahr 2004, neun Prozent aus dem Jahr 2003 und ein Prozent sind ältere Jahrgänge. Im Herbst 2004, den der Vorstandsvorsitzende Friedrich Schill als ?Wunschjahrgang in Qualität und Quantität? bezeichnete, wurden 4,5 Millionen Kilogramm Trauben angeliefert, im Jahr davor waren es 3,4 Millionen Kilogramm. Im Herbst 2005 wurden 3,9 Millionen Kilogramm Trauben angeliefert.

Einen Rückblick auf den Herbst 2005 gab Kellermeister Wolfgang Schupp. So wurden an insgesamt 25 Lesetagen fast 3,2 Millionen Liter eingelagert. Teilweise habe man mit Essigproblemen zu kämpfen gehabt.

Insgesamt zeigte sich Schupp aber zufrieden. Es sei ein schöner Herbst gewesen mit optimal verteilten Anlieferungsmengen und immer besser werdendem Wetter. Die Weißweine seien frisch, lebendig, mit sehr feinen Fruchtnoten und idealer Säure. Die Rotweine seien kräftig mit feinen Fruchtkomponenten.

Das Berichtsjahr sei geprägt gewesen durch die Planung des neuen Verkaufsgebäudes, erläuterte Schill. Nachdem am 31. März 2005 der erste Spatenstich stattgefunden hatte, ist der Umzug in das neue Gebäude für Anfang Juni 2006 geplant. Die offizielle Einweihung soll am 22. und 23. Juli veranstaltet werden. Der Kostenrahmen von rund 2,8 Millionen Euro könne, so Schill, erfreulicherweise gut eingehalten werden.

Außerdem hatte man zwei neue Pumpen angeschafft, und ein Filter musste für rund 65 000 bis 70 000 Euro repariert werden. Schill erläuterte, dass die Ersatzbeschaffung eines Gabelstaplers anstehe sowie der Kauf eines weiteren Staplers. In den nächsten Monaten sollen auch mehrere Gärtanks für Rotwein angeschafft werden.

Äußerst zufrieden zeigten sich die Verantwortlichen über die zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen, die die Winzergenossenschaft im Geschäftsjahr 2004/2005 erhalten hatte, darunter 31 Goldmedaillen und eine ?Top-Ten-Platzierung? bei der Landesweinprämierung. ?Wir sind mit unserer Weinqualität auf einem guten Weg. Auch vor führenden Mitbewerbern brauchen wir keine Scheu zu haben? , brachte Schill es auf den Punkt.

Das laufende Geschäftsjahr bezeichnete Hofschneider als Berg- und Talfahrt. So habe lediglich der sehr gute Umsatz im Dezember das Ergebnis der ersten fünf Monate auffangen können. Die Diskussion um die Arbeit der Weinwerbezentrale bezeichnete Schill als ?Trauerspiel? . Jeder meine, er käme zu kurz. Eine solche Zerrissenheit habe in der heutigen Zeit jedoch keinen Platz, Gemeinschaftswerbung könne nicht Werbung für einen Einzelnen heißen. Das gute Image des badischen Weines insgesamt sei wichtig. Auch Hofschneider betonte, dass die WG Oberbergen voll und ganz hinter der Institution stehe.

Zum Weinhandelsabkommen zwischen der EU und den USA, bei dem ohne Kennzeichnungspflicht mit Wasser versetzte Weine und Weine, die mit Hilfe hochtechnischer Verfahren zunächst in ihre Einzelteile zerlegt und anschließend wieder zusammengesetzt wurden, importiert werden dürfen, forderte Hofschneider, dass die deutsche Weinwirtschaft verstärkt auf die traditionellen Verfahrensweisen hinweisen müsse. Er betonte, dass man den heimischen Markt noch mehr für die regionalen Produkte sensibilisieren und begeistern müsse.

Bei den turnusmäßigen Wahlen wurde Gottfried Gut als Vorstandsmitglied wiedergewählt, während Bernhard Flesch und Bernd Gut - ebenfalls nach einstimmigem Votum - auch weiterhin dem Aufsichtsrat angehören werden.

Anschließend zeichneten Schill und Hofschneider einige Mitglieder für langjährige Treue zur Genossenschaft aus. Seit 25 Jahren dabei sind Josef König, Anton Schill, Werner Köster, Anna Gut, Georg Engist, Elisabeth Weisenhorn und Bernd Probst. Auf 40-jährige Mitgliedschaft zurückblicken können Eugen Baumgartner, Franz Gut, Hans Wolf und Alfons Schätzle. Bereits seit 50 Jahren Mitglied der WG Oberbergen ist Elise Ipser.


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