Ausgabe Breisach
Badische Zeitung vom Mittwoch, 8. Dezember 2004
Eine Investition in die Zukunft
Die Winzergenossenschaft Oberbergen plant für rund 2,8 Millionen Euro einen Neubau mit Verkaufsraum, Lager und einem Saal
Von unserem Mitarbeiter Volker Hasenauer
VOGTSBURG-OBERBERGEN. Die Winzergenossenschaft Oberbergen hofft im Mai 2005 mit dem Bau eines neuen Verkaufsgebäudes mit Weinausgabelager beginnen zu können. Am Montagabend billigte der Oberbergener Ortschaftsrat einstimmig die Baupläne, die nun der Technische Ausschuss und der Gemeinderat der Stadt Vogtsburg abschließend genehmigen müssen.
Der zweigeschossige Neubau soll gegenüber dem bisherigen Gebäude der Winzergenossenschaft am Ortseingang von Oberbergen entstehen. Die WG rechnet mit Kosten in Höhe von etwa 2,8 Millionen Euro.
Der Vorstandsvorsitzende der WG Oberbergen, Friedrich Schill, zeigte sich am Rande der Ortschaftsratssitzung davon überzeugt, dass das neue Repräsentationsgebäude das Bild der Genossenschaft für die nächsten 50 Jahre prägen wird. "Ein Betrieb, der nicht investiert, verliert", betonte er. Um den Weinverkauf für Privatkunden attraktiver zu gestalten, sieht er dringenden Handlungsbedarf, die bisherigen Verkaufsräume zu ersetzen.
"Wenn Kunden in provisorische Räume kommen, ist das nicht besonders günstig", sagte Schill. Die ursprüngliche Idee, den bestehenden Verkaufsraum umzubauen und zu erweitern, hätte sich als nicht sinnvoll erwiesen. Somit sei die Entscheidung zum Neubau vor gut einem Jahr gefallen.
Die Pläne für das Vorhaben nördlich der Landesstraße sehen im Erdgeschoss einen rund 200 Quadratmeter großen Verkaufsraum vor, an den sich das Weinlager anschließt. Auf den Grundstücken, die die WG vor rund einem Jahr von mehreren Privatleuten gekauft hat, sollen zudem 28 Parkplätze entstehen.
Im Obergeschoss, das auf zwei Seiten von einem Balkon umgeben ist, plant die WG Oberbergen einen Saal mit 160 Sitzplätzen. "Hier werden Weinproben und Events stattfinden, mit denen wir vor allem Gruppen ansprechen wollen", sagte Schill. Ziel sei es, stärker als bisher Privatkunden für den Oberbergener Wein zu gewinnen.
Der Vogtsburger Bürgermeister Gabriel Schweizer bezeichnete das Bauprojekt als ein "Gebäude, das das Ortsbild prägen wird". Daher habe die Stadt die Planungen von Anfang an konstruktiv begleitet. In Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Frey in Bahlingen sei es der WG nun gelungen, ein Repräsentationsgebäude zu planen, das sich "nahtlos in die Umgebung einfügt".
Der Gemeinde Oberbergen entstünden dabei keine Kosten, betonte Schweizer. Der durch das Baugrundstück verlaufende Gemeindeweg werde auf Kosten der Winzergenossenschaft am Rand des Geländes neu angelegt. Auch die Neuverlegung von Wasser- und Elektrizitätsleitungen übernehme die WG. Um den Neubau optimal an das Stammgebäude anzubinden, ist ein Verbindungstunnel unterhalb der Landesstraße geplant.
Für die Vogtsburger Bauverwaltung erläuterte Claudia Senn, dass das Projekt im so genannten Außenbereich liegt. Dennoch könne es genehmigt werden. Eine Bedingung dafür sei allerdings, ein auffälliges Dach zu vermeiden. Der Entwurf sieht nun ein Stehfalzdach aus grauem, unbehandeltem Stahl vor, der mit der Zeit natürlich matter werde. Auch bei noch nicht entschiedenen Details wie der Farbe der Fassade müsse der Ortschaftsrat erneut gefragt werden, forderte Senn.
Schill kündigte an, die endgültigen Pläne noch einmal auf der Jahreshauptversammlung der Winzergenossenschaft im kommenden Januar vorzustellen. Wenn "alles nach Plan" laufe, könne das neue Gebäude nach einjähriger Bauzeit im Frühsommer 2006 eingeweiht werden.
Der Vorstandsvorsitzende deutete an, dass die WG nach der Fertigstellung längere Öffnungszeiten plane. Neue Arbeitsplätze entstünden voraussichtlich aber nicht. Vielmehr sollten bisherige Teilzeitkräfte eine ganze Stelle erhalten. "Aber wir machen sorgfältig einen Schritt nach dem anderen", betonte Schill.